Heidi Horten Collection präsentiert neue Weihnachtsinstallation: „Frohes Fest 2“ von Gelatin
Auch in diesem Jahr lud die Heidi Horten Collection zeitgenössische Künstler ein, in Anlehnung an den Weihnachtsbaum eine Skulptur für die Vorweihnachtszeit zu gestalten.
2025 sorgt Gelatin mit ihrem Kunstwerk Frohes Fest 2 für Aufsehen. Diese Tradition, lebende Künstler:innen mit der Interpretation des Weihnachtsbaums zu betrauen, ist im deutschsprachigen Raum einzigartig.
© Simon Veres
Gelatins Installation ist eine drei Meter hohe, fleischfarben-fröhliche Figur, die zwischen Balanceakt und Performance pendelt. Auf einer Besucher:innenbank balancierend, scheint die plüschige Gestalt in akrobatischer Pose gerade noch das Gleichgewicht zu halten. Der fragile Moment – pointiert durch strategisch platzierte Weihnachtskugeln an neuralgischen Stellen – spiegelt das vorweihnachtliche Wechselspiel von Erwartung, Stress und Vorfreude. Ein vertrautes Bild: Noch bevor die Bescherung beginnt, gilt es, zahlreiche „Bälle in der Luft zu halten“ und „eine gute Figur“ zu machen.
Gelatin beschreibt die Arbeit als „Balance zwischen Gestus und Gymnastik. Eine im romantischen Prekariat angesiedelte Selbstinszenierung von Risiko, Fest und Freude.“ Diese subversiv-humorvolle Reflexion trifft einen gesellschaftlichen Nerv und fügt sich schlüssig in jene Reihe ein, die den Weihnachtsbaum jährlich künstlerisch neu denkt – fernab von Konsum, Kitsch und Routine.
Eine besondere Museumstradition
Die Weihnachtstradition der Heidi Horten Collection zeichnet sich dadurch aus, dass jährlich Künstler:innen eingeladen werden, die kulturelle und soziale Bedeutung des Weihnachtsbaums neu zu befragen und in ihre eigene künstlerische Sprache zu übersetzen. In den vergangenen Jahren haben bereits Manfred Erjautz (2022), Tillman Kaiser (2023) und Maruša Sagadin (2024) jeweils sehr unterschiedliche Sichtweisen auf dieses Motiv eingebracht. So wird der Weihnachtsbaum – seit Jahrhunderten in vielen Kulturkreisen als Symbol für Leben, Hoffnung und den ewigen Kreislauf verankert – zu einer Projektionsfläche für aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen, ironische Brechungen und kritische Perspektiven.
Feierliche Eröffnung und prominente Gäste
Der Einladung von Direktorin Verena Kaspar-Eisert zur feierlichen Eröffnung im Rahmen des Weihnachtsempfangs folgten zahlreiche Gäste aus Kultur, Politik und Gesellschaft. Unter ihnen befanden sich die ehemalige Direktorin Agnes Husslein-Arco, Beiratsvorsitzender Markus Fellner, Danielle Spera, Gabriele Schor (Sammlung Verbund), Christoph und Karin Thun-Hohenstein, Martin Böhm (Dorotheum), Alexandra Winkler (Sacher Hotels), Hans Kupelwieser, Johanna Schwanberg (Dom Museum) sowie die Galeristen Christian Meyer und Renate Kainer. Auch Alexander Schallenberg, Anouk Lamm Anouk (Künstlerin), Barbara Coudenhove-Kalergi, Elisabeth von Samsonow (Künstlerin), Carola Dertnig (Künstlerin), Silvia Eisenburger-Kunz, Anna Jermolaewa (Künstlerin), Ursula Krinzinger (Galeristin) und Petar Petrov (Designer) ließen es sich nicht nehmen, an diesem Abend dabei zu sein. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Cellisten Lukas Lauermann.