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Wahrnehmung neu entdecken: Das neue Ernst Leitz Museum lädt Besucher ab Oktober ein, Fotografie interaktiv zu erleben und selbst zu gestalten.

Mit dem neuen Ernst Leitz Museum im Leitz-Park Wetzlar, der Heimat der Leica Kamera, öffnet im Oktober ein modernes Museum rund um die Fotografie. Vier neu gestaltete Erlebnisbereiche auf rund 600 Quadratmetern im Obergeschoss des Museums sensibilisieren für eine bewusste Wahrnehmung, laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein und inspirieren dazu, die Welt der Fotografie neugierig zu entdecken und selbst zu gestalten. 

Fotografieren_Bewegung

In den vier Erlebnisbereichen werden an interaktiven Stationen optische Phänomene aufgezeigt und die Grundregeln des Fotografierens anschaulich dargestellt. Mit den integrierten Leica Kameras oder dem eigenen Smartphone können Besucher diese vor Ort ausprobieren, kreative Ideen direkt umsetzen und die Bilder und Selfies über die neue Leitz-Park App herunterladen und als Andenken mit nach Hause nehmen. Zusammen mit den weiteren Inszenierungen im Museum, die sich der Unternehmensgeschichte und der Marke Leica widmen, sowie einer Sonderausstellung mit spannenden Exponaten aus dem angrenzenden Leica Unternehmensarchiv entsteht mit dem neuen Ernst Leitz Museum eine faszinierende Erlebniswelt der Fotografie, die die Region um eine weitere Attraktion bereichert. Die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Museums mit einer Ausstellungsfläche, in der internationale Künstler ihre herausragenden Fotostrecken präsentieren, runden das neue Museumskonzept ab.

Die vier Erlebnisbereiche des Ernst Leitz Museums im Detail:
Für die Konzeptentwicklung und Umsetzung aller Erlebnisbereiche im neuen Museum zeichnet sich das studio klv (Berlin) verantwortlich, ein interdisziplinäres Beratungs- und Kreativbüro, das auf die Konzeption von interaktiven Ausstellungen, Museen, Science Centern, Markenwelten und Besucherzentren spezialisiert ist.

Sehen und Wahrnehmen
Im Eingangsbereich steht das „Sehen und Wahrnehmen“ im Vordergrund. Zu Beginn gilt es, ein Gefühl für das Sehen zu entwickeln und für eine bewusste Wahrnehmung zu sensibilisieren. Optische Phänomene werden verständlich erläutert. Dafür ist beispielsweise im großen Panoramafenster des Museums eine überdimensionale Blende installiert, die sich öffnet und schließt, sobald man sich ihr nähert. Hinzu kommen verschiedene Rahmen mit Filtern, Farben und Linien, die Details der Bildkomposition erklären und zu eigenen Ideen anregen.

Sehen und Wahrnehmen_Panoramafenster_Blende

Technik und Historie
Der zweite Bereich ist der „Technik und Historie“ und damit der traditionsreichen Leica Unternehmensgeschichte sowie deren Innovationsleistung, Handwerkskunst und Produkt-Meilensteinen gewidmet. Bronze-Büsten präsentieren die zentralen Köpfe der Familie Leitz, die durch ihr Engagement und Wirken das Unternehmen geprägt haben. Oskar Barnack – dem Erfinder der Leica-Kamera – ist ein eigener Bereich gewidmet. An einem Schreibtisch können die Besucher*innen in seinem Werkstattbuch blättern, die historischen Konstruktionszeichnungen betrachten und anhand digitaler Bilderrahmen seine eigenen Aufnahmen bewundern. Dass Leica die Entwicklung der Fotografie maßgeblich geprägt hat, davon zeugen die historischen Originalobjekte in den Vitrinen. Ein digital erweitertes Fenster bietet außerdem einen Einblick ins Leica Unternehmensarchiv mit den Highlights aus der Unternehmensgeschichte.

Technik und Historie_Leica Innovationen

Ergänzend dazu geben interaktive Stationen die Möglichkeit, die herausragenden technischen Besonderheiten der Leica Kameras und Objektive spielerisch zu entdecken – beispielsweise ein Objektiv zu bauen und auf dem Monitor die Live-Simulation des Strahlengangs zu verfolgen oder mittels akustischem Memory anhand des Auslösegeräusches die zusammen passenden Leica Kameras paarweise zu ermitteln. Zu den weiteren Stationen gehört auch eine Dunkelkammer. An einem großen interaktiven Tisch können die Besucher*innen hier die Schritte der analogen Foto-Entwicklung digital nachempfinden.

Technik und Historie_Dunkelkammer

Fotografieren
Im dritten Erlebnisbereich erfahren Besucher*innen an verschiedenen interaktiven Stationen mehr über die Grundregeln des Fotografierens und welchen Einfluss unterschiedliche Faktoren auf Fotoaufnahmen haben können. Foto-Settings zu verschiedenen Themen laden dazu ein, mit der installierten Kamera oder dem eignen Handy zu experimentieren.

Fotografieren_Inszinierte Effekte

Inszenierte Effekte wie Spiegelungen, Licht und Schatten, Farbstimmungen, Bewegung und Wind bieten Gelegenheiten für außergewöhnliche Fotos und zeigen die vielseitigen Möglichkeiten und Facetten der kreativen Bildgestaltung auf. Auch dem „Selbstporträt“ ist ein Exponat gewidmet: An einem Mischpult steuern die Besucher*innen Lichtfarbe und -intensität und nehmen Fotos von sich auf. Alle aufgenommenen Bilder können im Anschluss mit der Leitz-Park App heruntergeladen und als Andenken mit nach Hause genommen werden.

Fotografieren_Licht und Schatten

Sonderausstellung
Im vierten Bereich sind wechselnde Sonderausstellungen mit Exponaten zu vielfältigen Themen aus der Leica Welt vorgesehen. Zur Museumseröffnung wird die Ausstellung „Oskar Barnack“ gezeigt, die gleichermaßen den Privatmenschen sowie seinen beruflichen Werdegang als Mitarbeiter der Ernst Leitz Werke Wetzlar und Fotografie-Pionier beleuchtet. Angereichert mit Exponaten aus dem Leica Unternehmensarchiv und eigenen Aufnahmen des passionierten Fotografen und Filmers, rundet dieser Bereich das einmalige Fotografie-Erlebnis im neuen Ernst Leitz Museum ab.

Technik und Historie_Oskar Barnack

Weitere Informationen zum Ernst Leitz Museum unter: www.ernst-leitz-museum.de