Rijksmuseum erwirbt Bildband der ersten Fotografin: Seltenes Buch mit botanischen Fotografien von Anna Atkins

Das Rijksmuseum hat einen botanischen Bildband mit Fotografien von Anna Atkins erworben, die als die erste Fotografin gilt. Das Buch "Photographs of British Algae" bündelt 307 Blaupausen von Meeresalgen. Es gilt als das erste Fotobuch, das jemals erstellt worden ist. Das Rijksmuseum präsentiert den Neuzugang erstmals als einen der Höhepunkte der Ausstellung "New Realities. Fotografie im 19. Jahrhundert" vom 17. Juni bis 17. September.

Photographs of British Algae 
Die britische Botanikerin und Fotografin Anna Atkins (1799-1871) erstellte zwischen 1843 und 1853 mehrere Exemplare der "Photographs of British Algae". Derzeit sind etwa zwanzig vollständige und unvollständige Exemplare des Fotobuchs bekannt. Jedes dieser Exemplare ist im Hinblick auf die Zusammenstellung und den Umfang einzigartig. Der vom Rijksmuseum erworbene Band ist mit insgesamt 307 Fotografien, aber auch aufgrund des guten Zustandes der Abbildungen und des Buches selbst ein seltenes Exemplar.

Blaupausen
Atkins erstellte für die verschiedenen Exemplare mehrere Tausend Cyanotypien, auch Blaupausen genannt. Bei dieser fotografischen Technik handelte es sich um die in der damaligen Zeit einzige, relativ einfache und erschwingliche Methode zur Anfertigung von Kontaktkopien. Durch die Verwendung zweier Eisensalze entsteht bei starker Belichtung ein tiefblauer Farbton, Cyan genannt. Dennoch kostete das Verfahren viel Zeit und Mühe, denn alle Handlungen mussten von Hand verrichtet werden: Das Papier wird vorbereitet, um es lichtempfindlich zu machen, dann belichtet, ausgewaschen und getrocknet. Um Abzüge anfertigen zu können war ausreichend Sonnenlicht erforderlich, ein Grund mehr, warum Atkins letztendlich zehn Jahre brauchte.

Taco Dibbits, leitender Direktor des Rijksmuseum, sagt: „Wir sind über diesen großartigen Neuzugang sehr erfreut: die erste Fotografin, der erste Bildband. Die Arbeit von Anna Atkins liegt an der Grenze von Kunst und Wissenschaft. Neben der historischen Bedeutung ist ihre Arbeit durch eine zeitlose Schönheit gekennzeichnet, die durch die Abstraktion der Silhouetten auf Fotopapier modern anmutet.“

Die Fotosammlung des Rijksmuseum
Das Rijksmuseum möchte seinen Besuchern die internationale Fotografie in all ihren Facetten präsentieren. Aus diesem Grund ist das Museum aktiv mit der Sammlung niederländischer und ausländischer Fotografien befasst. Inzwischen hat es eine qualitativ und quantitativ umfangreiche und vielseitige Sammlung aufgebaut.

Das Rijksmuseum hat das Fotobuch mit Unterstützung der BankGiro Loterij, der Familie W. Cordia / Rijksmuseum Fonds und des Paul Huf Fonds / Rijksmuseum Fonds für 450.000 Euro von einem privaten Anbieter erworben.

New Realities. Fotografie im 19. Jahrhundert
Mit über dreihundert Fotografien aus der Sammlung des Museums illustriert "New Realities. Fotografie im 19. Jahrhundert" die Vielfalt, die die Fotografie bereits kurz nach ihrer Erfindung im Jahre 1839 besaß. Die Ausstellung zeigt nicht nur Porträts, Aktaufnahmen, Stadtansichten und Reisebilder, sondern auch wissenschaftliche Fotografien, Reklamefotos und die ersten Amateuraufnahmen und Schnappschüsse.

Für weitere Informationen zur Ausstellung:
https://www.rijksmuseum.nl/en/press/press-releases/rijksmuseum-stages-major-retrospective-of-19th-century-photography

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